Geschichte & Kultur

Widerstand und Opposition in der DDR

Obwohl das autoritäre Regime der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) 50 Jahre andauerte, gab es immer Widerstand und Opposition. Tatsächlich begann die Geschichte des sozialistischen Deutschlands mit einem Akt des Widerstands. 1953, nur vier Jahre nach ihrer Gründung, mussten die sowjetischen Besatzer die Kontrolle über das Land zurückerobern. Im Aufstand von 17. Juni th. Tausende von Arbeitern und Bauern legten ihre Werkzeuge aus Protest gegen neue Regelungen nach unten.

In einigen Städten vertrieben sie die Gemeindevorsteher gewaltsam aus ihren Büros und beendeten im Grunde die lokale Regierungszeit der „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (SED), der einzigen Regierungspartei der DDR. Aber nicht lange. In den größeren Städten wie Dresden, Leipzig und Ostberlin fanden große Streiks statt und Arbeiter versammelten sich zu Protestmärschen. Die Regierung der DDR flüchtete sogar in das sowjetische Hauptquartier. Dann hatten die sowjetischen Repräsentanten genug und schickten das Militär. Die Truppen unterdrückten den Aufstand schnell mit brutaler Gewalt und stellten den SED-Orden wieder her. Und obwohl der Beginn der DDR von diesem zivilen Aufstand geprägt war und es immer eine Art Opposition gab, dauerte es mehr als 20 Jahre, bis die ostdeutsche Opposition eine klarere Form annahm.

 

Jahre der Opposition

Das Jahr 1976 erwies sich als entscheidend für die Opposition in der DDR. Ein dramatischer Vorfall weckte eine neue Welle des Widerstands. Aus Protest gegen die atheistische Bildung der Jugend des Landes und ihre Unterdrückung durch die SED ergriff ein Priester drastische Maßnahmen. Er setzte sich in Brand und starb später an seinen Verletzungen. Seine Aktionen zwangen die protestantische Kirche in der DDR, ihre Haltung gegenüber dem autoritären Staat neu zu bewerten. Die Versuche des Regimes, die Taten des Priesters herunterzuspielen, lösten in der Bevölkerung noch mehr Trotz aus.

Ein weiteres einzigartiges, aber einflussreiches Ereignis war die Ausbürgerung des DDR-Songwriters Wolf Biermann. Er war in beiden deutschen Ländern sehr berühmt und beliebt, durfte aber aufgrund seiner Kritik an der SED und ihrer Politik nicht auftreten. Seine Texte wurden immer wieder im Untergrund verbreitet und er wurde ein zentraler Sprecher der Opposition in der DDR. Da er in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) spielen durfte, nutzte die SED die Gelegenheit, um seine Staatsbürgerschaft zu widerrufen. Das Regime glaubte, ein Problem beseitigt zu haben, aber es war zutiefst falsch. Zahlreiche andere Künstler protestierten angesichts der Ausbürgerung von Wolf Biermann und schlossen sich viel mehr Menschen aus allen sozialen Schichten an. Am Ende führte die Affäre zu einem Exodus bedeutender Künstler, der das kulturelle Leben und den Ruf der DDR schwer beschädigte.

Eine weitere einflussreiche Persönlichkeit des friedlichen Widerstands war der Autor Robert Havemann. Als er 1945 von den Sowjets aus dem Todestrakt befreit wurde, war er zunächst ein starker Unterstützer und sogar Mitglied der sozialistischen SED. Aber je länger er in der DDR lebte, desto mehr spürte er die Diskrepanz zwischen der wirklichen Politik der SED und seinen persönlichen Überzeugungen. Er glaubte, dass jeder das Recht auf seine eigene gebildete Meinung haben sollte und schlug einen „demokratischen Sozialismus“ vor. Diese Ansichten haben ihn aus der Partei ausgeschlossen und seine anhaltende Opposition brachte ihm eine Reihe von verschärften Strafen. Er war einer der stärksten Kritiker von Biermanns Ausbürgerung und neben der Kritik an der Version des Sozialismus der SED ein wesentlicher Bestandteil der unabhängigen Friedensbewegung in der DDR.

 

Ein Kampf für Freiheit, Frieden und Umwelt

Als sich der Kalte Krieg Anfang der achtziger Jahre verschärfte, wuchs die Friedensbewegung in beiden deutschen Republiken. In der DDR bedeutete dies nicht nur, für den Frieden zu kämpfen, sondern sich auch gegen die Regierung zu stellen. Ab 1978 zielte das Regime darauf ab, die Gesellschaft vollständig mit Militarismus zu erfüllen. Sogar Kindergärtnerinnen wurden angewiesen, die Kinder wachsam zu erziehen und auf einen möglichen Krieg vorzubereiten. Die ostdeutsche Friedensbewegung, zu der nun auch die protestantische Kirche gehörte, schloss sich mit der Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung zusammen. Der gemeinsame Feind all dieser gegnerischen Kräfte war die SED und ihr Unterdrückungsregime. Ausgelöst von einzigartigen Ereignissen und Menschen schuf die gegnerische Widerstandsbewegung eine Atmosphäre, die den Weg für die friedliche Revolution von 1989 ebnete.

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