Geschichte & Kultur

Die Geschichte von Philemon und Baucis

Nach der antiken römischen Mythologie und Ovids Metamorphosen (8.631, 8.720) hatten Philemon und Baucis ihr langes Leben edel, aber in Armut gelebt. Jupiter, der römische König der Götter, hatte von dem tugendhaften Paar gehört, aber aufgrund all seiner früheren Erfahrungen mit Menschen hatte er ernsthafte Zweifel an ihrer Güte.

Jupiter wollte die Menschheit zerstören, war aber bereit, ihr eine letzte Chance zu geben, bevor er von vorne anfing. In Begleitung seines Sohnes Merkur, des flügelfüßigen Botengottes, ging Jupiter, getarnt als abgenutzter und müder Reisender, von Haus zu Haus unter den Nachbarn von Philemon und Baucis. Wie Jupiter befürchtet und erwartet hatte, wandten die Nachbarn ihn und Merkur grob ab. Dann gingen die beiden Götter zum letzten Haus, dem Häuschen von Philemon und Baucis, wo das Paar sein ganzes langes Eheleben geführt hatte.

Philemon und Baucis freuten sich über Besucher und bestanden darauf, dass sich ihre Gäste vor ihrem kleinen Kaminfeuer ausruhten. Sie schleppten sogar mehr von ihrem kostbaren Brennholz hinein, um ein größeres Feuer zu erzeugen. Ungefragt servierten Philemon und Baucis ihren vermutlich hungernden Gästen frisches Obst, Oliven, Eier und Wein.

Bald bemerkte das alte Ehepaar, dass der Weinkrug nie leer war, egal wie oft er darauf gegossen hatte. Sie begannen zu vermuten, dass ihre Gäste mehr als nur Sterbliche sein könnten. Für alle Fälle beschlossen Philemon und Baucis, so nah wie möglich an eine Mahlzeit zu kommen, die für einen Gott geeignet war. Sie würden ihre einzige Gans zu Ehren ihrer Gäste schlachten. Leider waren die Beine der Gans schneller als die von Philemon oder Baucis. Obwohl die Menschen nicht so schnell waren, waren sie schlauer, und so haben sie die Gans in der Hütte in die Enge getrieben, wo sie sie gerade fangen wollten … Im letzten Moment suchte die Gans den Schutz der göttlichen Gäste. Um das Leben der Gans zu retten, zeigten sich Jupiter und Merkur und drückten sofort ihre Freude aus, ein ehrenwertes Menschenpaar zu treffen. Die Götter brachten das Paar auf einen Berg, von dem aus sie die Bestrafung ihrer Nachbarn sehen konnten – eine verheerende Flut.

Auf die Frage, welche göttliche Gunst sie wollten, sagte das Paar, dass sie Tempelpriester werden und zusammen sterben wollten. Ihr Wunsch wurde erfüllt und als sie starben, wurden sie in ineinander verschlungene Bäume verwandelt.

 

Was ist die Moral der Geschichte?

Behandle alle gut, weil du nie weißt, wann du dich in der Gegenwart eines Gottes befindest.

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