Literatur

„A Dolls House“, ein Stück von Henrik Ibsen: Nils Krogstad

In Melodramen des 19. Jahrhunderts trugen Bösewichte schwarze Umhänge und lachten bedrohlich, während sie ihre langen Schnurrbärte kräuselten. Oft banden diese finsteren Männer Mädchen an Eisenbahnschienen oder drohten, alte Damen aus ihren bald abgeschotteten Häusern zu werfen.

Obwohl auf der teuflischen Seite, hat Nils Krogstad von “ A Doll’s House. nicht die gleiche Leidenschaft für das Böse wie ein typischer Bösewicht. Er scheint zunächst rücksichtslos zu sein, erlebt aber zu Beginn des dritten Aktes eine Herzensveränderung. Das Publikum muss sich dann fragen: Ist Krogstad ein Bösewicht? Oder ist er letztendlich ein anständiger Typ?

 

Krogstad der Katalysator

Auf den ersten Blick scheint Krogstad der Hauptgegner des Stücks zu sein. Immerhin ist Nora Helmer eine glückliche Frau. Sie hat Weihnachtseinkäufe für ihre schönen Kinder gemacht. Ihr Mann steht kurz vor einer Gehaltserhöhung und Beförderung. Alles läuft gut für sie, bis Krogstad die Geschichte betritt.

Dann erfährt das Publikum, dass Krogstad, eine Mitarbeiterin ihres Mannes Torvald, die Macht hat, Nora zu erpressen. Sie fälschte die Unterschrift ihres toten Vaters, als sie von ihm einen Kredit erhielt, der ihrem Ehemann nicht bekannt war. Jetzt will Krogstad seine Position bei der Bank sichern. Wenn Nora nicht verhindert, dass Krogstad gefeuert wird, wird er ihre kriminellen Handlungen aufdecken und Torvalds guten Namen entweihen.

Als Nora ihren Ehemann nicht überzeugen kann, wird Krogstad wütend und ungeduldig. Während der ersten beiden Akte dient Krogstad als Katalysator. Grundsätzlich initiiert er die Handlung des Stückes. Er entzündet die Flammen des Konflikts. Mit jedem unangenehmen Besuch in der Helmer-Residenz eskalieren Noras Probleme. Tatsächlich erwägt sie sogar Selbstmord, um ihren Leiden zu entkommen. Krogstad spürt ihren Plan und kontert ihn im zweiten Akt:

Krogstad: Also, wenn Sie daran denken, verzweifelte Maßnahmen zu ergreifen … wenn Sie zufällig daran denken, wegzulaufen …
Nora: Was ich bin!

Krogstad:… oder etwas Schlimmeres…

Nora: Woher wusstest du, dass ich daran denke?!

Krogstad: Die meisten von uns denken , dass , mit zu beginnen. Ich tat das auch; aber ich hatte nicht den Mut …

Nora: Ich habe es auch nicht.

Krogstad: Also hast du auch nicht den Mut, oder? Es wäre auch sehr dumm.

 

Verbrecher auf dem Rückprall?

Je mehr wir über Krogstad erfahren, desto mehr verstehen wir, dass er viel mit Nora Helmer teilt. Zuallererst haben beide das Verbrechen der Fälschung begangen . Darüber hinaus waren ihre Motive aus dem verzweifelten Wunsch heraus, ihre Lieben zu retten. Ebenso wie Nora hat Krogstad erwogen, sein Leben zu beenden, um seine Probleme zu beseitigen, war aber letztendlich zu ängstlich, um durchzukommen.

Obwohl Krogstad als korrupt und „moralisch krank“ eingestuft wurde, hat er versucht, ein legitimes Leben zu führen. Er beschwert sich: „In den letzten 18 Monaten bin ich geradeaus gegangen. Die ganze Zeit war es schwierig. Ich war zufrieden damit, mich Schritt für Schritt nach oben zu arbeiten.“ Dann erklärt er Nora wütend: „Vergiss nicht: Er ist es, der mich wieder von der Geraden und Engen zwingt, dein eigener Ehemann! Dafür werde ich ihm niemals vergeben.“ Obwohl Krogstad manchmal bösartig ist, ist seine Motivation für seine mutterlosen Kinder, was seinen ansonsten grausamen Charakter ein wenig sympathisch beleuchtet.

 

Eine plötzliche Veränderung des Herzens

Eine der Überraschungen dieses Stücks ist, dass Krogstad nicht wirklich der zentrale Antagonist ist. Am Ende gehört dieses Prestige Torvald Helmer. Wie kommt es also zu diesem Übergang?

Kurz vor Beginn des dritten Aktes führt Krogstad ein ernstes Gespräch mit seiner verlorenen Liebe, der Witwe Frau Linde. Sie versöhnen sich und sobald ihre Romantik (oder zumindest ihre liebenswürdigen Gefühle) wiederbelebt sind, will Krogstad sich nicht mehr mit Erpressung und Erpressung befassen. Er ist ein veränderter Mann!

Er fragt Frau Linde, ob er den aufschlussreichen Brief, der für Torvalds Augen bestimmt war, zerreißen soll. Überraschenderweise beschließt Frau Linde, dass er es im Briefkasten lassen soll, damit Nora und Torvald endlich eine ehrliche Diskussion über die Dinge führen können. Er stimmt dem zu, aber Minuten später beschließt er, einen zweiten Brief abzugeben, in dem erklärt wird, dass ihr Geheimnis sicher ist und dass die Schuldverschreibung ihnen gehört.

Ist diese plötzliche Veränderung des Herzens realistisch? Vielleicht ist die Erlösungsaktion zu bequem. Vielleicht entspricht Krogstads Veränderung nicht der menschlichen Natur. Krogstad lässt jedoch gelegentlich sein Mitgefühl durch seine Bitterkeit scheinen. Vielleicht gibt der Dramatiker Henrik Ibsen in den ersten beiden Akten genug Hinweise, um uns davon zu überzeugen, dass Krogstad nur jemanden wie Frau Linde brauchte, um ihn zu lieben und zu bewundern.

Am Ende wird die Beziehung zwischen Nora und Torvald unterbrochen. Doch Krogstad beginnt ein neues Leben mit einer Frau, von der er glaubte, sie habe ihn für immer verlassen.

 

Quelle

  • Ibsen, Henrik. „Ein Puppenhaus.“ Taschenbuch, CreateSpace Independent Publishing Platform, 25. Oktober 2018.

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