Literatur

‚All in the Timing‘: Eine Sammlung von Einakter-Stücken von David Ives

„All in the Timing“ ist eine Sammlung von Einakter-Stücken von David Ives. Sie wurden in den späten 1980er bis frühen 1990er Jahren geschaffen und konzipiert, und obwohl jedes kurze Stück für sich steht, werden sie oft zusammen aufgeführt. Hier ist eine Zusammenfassung der besten Stücke aus der Sammlung.

Sichere Sache

„Sure Thing“, eine 10-minütige Komödie von Ives, wurde 1988 gedreht. Ungefähr fünf Jahre später wurde der Film „Groundhog Day“ mit Bill Murray  veröffentlicht. Es ist nicht bekannt, ob einer den anderen inspiriert hat, aber wir wissen, dass beide Handlungsstränge ein unglaubliches Phänomen aufweisen. In beiden Geschichten wiederholen sich Ereignisse immer wieder, bis die Charaktere endlich die Dinge nicht nur richtig, sondern auch perfekt machen können.

Das Konzept von „Sure Thing“ ähnelt einer Improvisationsaktivität, die in einigen Kreisen als „New Answer“ oder „Ding-Dong“ bekannt ist. Während dieser Improvisationsaktivität entfaltet sich eine Szene und jedes Mal, wenn der Moderator entscheidet, dass eine neue Antwort gerechtfertigt ist, ertönt eine Glocke oder ein Summer, und die Schauspieler sichern die Szene nur ein wenig und erfinden eine brandneue Antwort.

„Sure Thing“ findet an einem Kaffeetisch statt. Eine Frau liest einen Roman von William Faulkner, als sie von einem Mann angesprochen wird, der hofft, neben ihr zu sitzen und sich besser kennenzulernen. Immer wenn er das Falsche sagt, egal ob er vom falschen College stammt oder zugibt, ein „Mamas Junge“ zu sein, läutet eine Glocke und die Charaktere beginnen von neuem. Im weiteren Verlauf der Szene stellen wir fest, dass das Klingeln nicht nur auf die Fehler des männlichen Charakters reagiert. Die weibliche Figur gibt auch Dinge an, die einer Begegnung mit „Meet Cute“ nicht förderlich sind. Auf die Frage, ob sie auf jemanden wartet, antwortet sie zunächst: „Mein Mann.“ Die Glocke klingelt. Ihre nächste Antwort zeigt, dass sie vorhat, ihren Freund zu treffen, um mit ihm Schluss zu machen. Die dritte Antwort ist, dass sie ihren lesbischen Liebhaber trifft. Schließlich, nach dem vierten Klingeln, sagt sie, dass sie auf niemanden wartet, und das Gespräch geht von dort aus weiter.

Ives ‚Komödie zeigt, wie schwierig es ist, jemanden kennenzulernen, sein Interesse zu wecken und die richtigen Dinge zu sagen, so dass die erste Begegnung der Beginn einer langen, romantischen, glücklichen Zukunft ist. Selbst mit der Magie der zeitverzerrenden Glocke sind romantische Start-ups komplizierte, zerbrechliche Wesen. Bis wir das Ende des Stücks erreichen, hat das Klingeln auf den ersten Blick eine vorbildliche Liebe geschmiedet – es dauert nur lange, bis wir dort sind.

Wörter, Wörter, Wörter

In diesem Stück mit einem Akt spielt David Ives mit dem „Infinite Monkey Theorem“, der Vorstellung, dass ein Raum voller Schreibmaschinen und Schimpansen (oder irgendeine Art von Primaten) irgendwann den vollständigen Text von „Hamlet“ produzieren könnte, wenn unendlich viel Zeit gegeben.

„Words, Words, Words“ enthält drei sympathische Schimpansenfiguren, die in der Lage sind, kohärent miteinander zu sprechen, ähnlich wie gelangweilte Büroangestellte Kontakte knüpfen können. Sie haben jedoch keine Ahnung, warum ein menschlicher Wissenschaftler sie gezwungen hat, in einem Raum zu bleiben und 10 Stunden am Tag zu tippen, bis sie Shakespeares beliebtestes Drama nachstellen. Tatsächlich haben sie keine Ahnung, was Hamlet ist. Während sie über die Sinnlosigkeit ihrer Karriere spekulieren, schaffen sie es dennoch, einige berühmte „Hamlet“ -Zitate auszusprechen, ohne jemals ihren Fortschritt zu bemerken.

Variationen über den Tod Trotzkis

Dieser bizarre und dennoch humorvolle One-Act besitzt eine ähnliche Struktur wie „Sure Thing“. Der Klang der Glocke signalisiert, dass die Charaktere die Szene von vorne beginnen und eine andere komische Interpretation von Leo Trotzkis letzten Momenten bieten.

Laut der Expertin Jennifer Rosenberg war „Leo Trotzki ein kommunistischer Theoretiker, ein produktiver Schriftsteller und Führer der Russischen Revolution von 1917, der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten unter Lenin (1917-1918) und dann Chef der Roten Armee als Volkskommissar Trotzki wurde 1940 aus der Sowjetunion verbannt, nachdem er einen Machtkampf mit Stalin um den Nachfolger Lenins verloren hatte. 1940 wurde er brutal ermordet.

Ives ‚Spiel beginnt mit dem Lesen eines ähnlich informativen Eintrags aus einer Enzyklopädie. Dann treffen wir Trotzki, der mit einer in seinen Kopf eingeschlagenen Bergsteigeraxt an seinem Schreibtisch sitzt. Er weiß nicht einmal, dass er tödlich verwundet wurde. Stattdessen plaudert er mit seiner Frau und fällt plötzlich tot um. Die Glocke läutet und Trotzki wird wieder lebendig, hört jedes Mal Details aus der Enzyklopädie und versucht, seine letzten Momente zu verstehen, bevor er wieder stirbt… und wieder… und wieder.

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